bke-art-essWie erkenne ich, ob ich unter Essstörungen leide?

Merkmal aller essgestörten Menschen ist die permanente, oft zwanghafte Beschäftigung mit dem Thema Essen. Beispielsweise kann es vorkommen, dass ein magersüchtiger Mensch sehr gerne für seine Familie kocht und darauf achtet, dass alles aufgegessen wird, ohne selbst zu essen. Die Familie isst anstelle des/der Erkrankten und nimmt nicht selten auch anstelle dieses Menschen zu.

Ess-Brech-Süchtige Menschen planen oft unaufhörlich Einkäufe und den anschließenden, heimlichen Verzehr der Nahrungsmittel. Zudem überlegen sie genau, wann und wie sie die Speisen anschließend wieder erbrechen können.
Ess-süchtige Menschen essen nahezu pausenlos und erleiden einen regelmäßigen Kontrollverlust über die Nahrungszufuhr.
Allen Formen der Ess-Störungen gemeinsam ist, dass die Betroffenen fast ausschließlich eine gestörte Beziehung zum eigenen Körper und zum eigenen Selbst haben. Ein mangelndes oder verzerrtes Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein sind bei diesen Erkrankungen symptomatisch. Die Kontrolle des eigenen Körpers durch das Essen oder Nicht-Essen wird Ersatz für Autonomie und Identität. Die Nahrung wird „Mittel zum Zweck".


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Was sind eigentlich Ess-Störungen?

Es gibt drei Formen von gestörtem Essverhalten: Die Magersucht, die Ess-/Brechsucht und die Esssucht.

Magersucht (Anorexia nervosa) ist gekennzeichnet durch den nahezu totalen Verzicht auf Nahrung. Zwei Möhren und ein Apfel am Tag sind keine Seltenheit. Die Betroffenen sind stark untergewichtig, zeigen auffallend hohe Aktivität und oft eine verbissene Leistungsbereitschaft. Sie treiben Sport bis zur totalen Erschöpfung und fallen durch überdurchschnittliche schulische und sonstige Leistungen auf. Trotz ihres Untergewichts sind sie sehr ausdauernd. Die Betroffenen fühlen sich selbst bei lebensbedrohlicher Abmagerung noch zu dick (Körperwahrnehmungsstörungen). Körperliche Folgeerscheinungen sind u.a. das Ausbleiben der Menstruation bei Frauen, chronische Verstopfung, niedrige Pulsfrequenz, niedrige Körpertemperatur und Stoffwechselstörungen. Bei extremem Untergewicht kann es zum Versagen der Organe und somit zum Tod kommen.

Ess-Brech-Sucht (Bulimia nervosa) beginnt oft mit dem Wunsch, Körpergewicht zu verlieren. Wenn diese Versuche scheitern, erscheint das selbstausgelöste Erbrechen nach dem Essen und die Einnahme von Abführmitteln der geeignete Weg zu sein, das übermäßige Essverhalten nicht einschränken zu müssen und trotzdem nicht zuzunehmen. Die heimlichen Heißhungerattacken mit anschließendem Erbrechen nehmen immer mehr zu und werden unkontrollierbar. Durch den ständigen Verlust an Körperflüssigkeiten treten Störungen des Elektrolythaushaltes auf. Darüber hinaus kommt es nicht selten zu Muskelschäden, Zahnverfall, Verletzungen der Speiseröhre, Menstruationsstörungen bei Frauen, chronischer Verstopfung und Wassereinlagerung in den Gelenken.

Ess-Sucht oder auch Binge Eating Disorder (BED) ist die häufigste Ess-Störung in Deutschland. Schätzungen nach sind zwischen 1,5 und 2 Millionen Menschen in Deutschland betroffen, davon etwa ein Drittel Männer. Sie ist gekennzeichnet durch starkes Übergewicht (Adipositas) der Betroffenen, wobei jedoch nicht jeder übergewichtige Mensch ess-süchtig ist. Merkmal der Sucht ist vor allem, dass über das Essen keine Kontrolle mehr möglich ist und fast pausenlos gegessen wird. Ess-süchtige Menschen schämen sich für ihren Körper und vermeiden von daher übermäßige Aktivitäten. Sie sind ständig im inneren Konflikt zwischen Schlankheitswunsch und Essimpulsen. Oft haben sie schon als Kind gelernt, Essen als Ersatzbefriedigung verschiedener emotionaler Bedürfnisse einzusetzen. Bei erheblichem Übergewicht kann es zu körperlichen Folgeerscheinungen wie Bluthochdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes, Gallensteinen, Leberschäden, Stoffwechselstörungen, Gelenkleiden und Wirbelsäulenschäden kommen.

Die dargestellten Ess-Störungen sind nicht klar voneinander abzugrenzen. Sie können leicht ineinander übergehen. So ist es z.B. nicht selten, dass die Magersucht von „bulimischen Attacken" unterbrochen wird, weil die Lust auf das Essen übermächtig wird. Bulimische Menschen haben ihrerseits Phasen von asketischem Verzicht jeglicher Nahrung.


Wie kann ich mehr über Essstörungen erfahren?
Viel Wissenswertes rund um gestörtes Ess-Verhalten haben wir in einer Broschüre zusammengestellt. Sie können sich die Broschüre in der rechten Spalte als PDF herunterladen oder senden Sie uns eine E-Mail: info@bke-suchtselbsthilfe.de


Wer hilft mir bei Essstörungen?
Unser Verband kann auf eine langjährige Erfahrung im Umgang mit Sucht und deren Überwindung zurückblicken. So ist jede unserer Gruppen vor Ort kompetent besetzt.

Unsere Selbsthilfegruppen vor Ort: Geben Sie einfach in der rechten Spalte oben Ihre Postleitzahl ein.

Infomaterial 

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